Hätte das richtige Controlling den Corona-Schlag abdämpfen können? Oder müssen?

Hätte das richtige Controlling den Corona-Schlag abdämpfen können? Oder müssen?

Wird das Controlling unterschätzt?

 

Die Corona-Folgen belasten in gravierender Weise die Liquiditätssituation der deutschen Unternehmen. Dies zeigen uns die aktuellen Ergebnisse der Blitzumfrage, die die IFC EBERT zusammen mit dem FACT-Team der SRH Fernhochschule – The Mobile University im April 2020 durchgeführt hat.

 

Problematische Liquiditätslage bei Unternehmen

Knapp 7% aller Befragten sehen bereits binnen Monatsfrist eine problematische Liquiditätslage für Ihr Unternehmen, weitere 29% sehen drohende Zahlungsunfähigkeit innerhalb von drei Monaten.

 

Weggebrochene Aufträge führen in Zukunft zu Umsatzeinbußen und -einnahmen von mehr als 25%

Die weggebrochenen Kundenaufträge führten sofort bei den meisten Unternehmen zu Umsatzeinbußen von mehr als 10%, bei 25% der Befragten sogar zu Umsatzeinbußen von mehr als 25%. Ein Minus von mehr als 25% erwarten 38% der Befragten für das 1. Halbjahr, 72% ein weiteres Minus von 10%. Trotz der Sofortmaßnahmen des Bundes für die wirtschaftlichen Corona-Folgen, schätzen viele diese Staatshilfen als unzureichend ein und klagen über die hohen Hürden, um diese in Anspruch nehmen zu können. 57% der Befragten sind der Meinung, dass die staatlichen Maßnahmen die Folgen der Corona-Krise nur teilweise oder gar nicht auffangen können.

Woran liegt es, dass so viele deutsche Unternehmen durch die Krise existentiell ins Straucheln kamen? Ging es den Unternehmen zu gut, so dass sie sich nicht mit einem „richtigen“ Risikomanagement auseinandersetzen wollten? War die Wirtschaftskrise im Jahr 2008 keine Lehre?

 

Geplante Steuerungsmaßnahmen gegen die Krisenauswirkungen zeigen erste Erfolge!

Laut der Umfrage haben bereits 2/3 aller Befragten Steuerungsmaßnahmen gegen die Krisenauswirkungen geplant oder bereits in Umsetzung. Bei 22% der Befragten zeigen die eingeleiteten Maßnahmen schon erste Erfolge! Dabei kommt den Unternehmen wohl zugute, dass 43% der Befragten, im Rahmen der Planung für das Jahr 2020, die Abbaufähigkeit für wesentliche Kosten und entsprechende Gegenmaßnahmen definiert hatten (Plan B). 20% der Befragten hatten jedoch die Abbaufähigkeit der Budgets überhaupt nicht thematisiert. Zeit umzudenken – berücksichtigen Sie dieses wichtige Thema bei Ihrer nächsten Planungsrunde.

 

Quantität der Berichte steht immer noch vor Qualität

Der größte Teil der Befragten geht davon aus, dass sich die Anzahl der Reports künftig erhöhen wird. Mehr als ein Viertel der MitarbeiterInnen im kaufmännischen Bereich wird gleich oder mit weniger Berichten in Zukunft konfrontiert. Stärker fokussierte Berichte erwarten nur 18% der der Teilnehmenden. In der Praxis steht leider immer noch Quantität vor Qualität!

 

Informationen aus der Kosten- und Leistungsrechnung werden von Führungskräften bei der Entscheidungsfindung für wichtig / sehr wichtig gehalten

Ein wesentliches Instrument des Controllings ist und bleibt die Kostenrechnung. Für 72% der Führungskräfte in Unternehmen sind die Informationen aus der Kosten- und Leistungsrechnung wichtig bis sehr wichtig für ihre jeweilige Entscheidungsfindung. Leider finden diese Informationen bei 10% der Befragten immer noch keine Verwendung.

 

Weitere detaillierten Informationen aus der Umfrage, v.a. bezüglich der Rolle des Controllers in der Krise und der geänderten Situation im Accounting und Taxation können Sie hier downloaden oder online anschauen. Die Experten der IFC EBERT GmbH und des FACT-Teams der SRH Fernhochschule – The Mobile University sprechen über Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen in ihrer Diskussionsrunde  (Brainfood) : Schauen Sie es sich an und nehmen Sie Ideen und Vorschläge für Ihr Unternehmen mit – krisengefestigt in die Zukunft.

 

Vielen Dank an alle, die an unserer Umfrage teilgenommen haben und uns ihre Vorstellungen zum Thema „Rolle des kaufmännischen Bereichs in der aktuellen Krise“ mitgeteilt haben!