Mietpreisbremse – Wird Wohnen in gefragten Städten bezahlbarer?

Mietpreisbremse – Wird Wohnen in gefragten Städten bezahlbarer?

Folgen für Vermieter und Wohnungswirtschaft

Mieten stellen einen Preis dar. Der Preis eines Wirtschaftsgutes wird in einer Marktwirtschaft durch Angebot und Nachfrage geregelt, d.h. Veränderungen des Angebots (quantitativ und qualitativ) sowie Veränderungen der Nachfrage wirken sich unmittelbar auf den Preis aus.

In einer sozialen (=gelenkten) Marktwirtschaft hat der Staat Eingriffsmöglichkeiten, die er i.d.R. dann nutzt, wenn soziale Ungerechtigkeit droht. Mit diesen Maßnahmen soll durch nachträgliche Umverteilung Chancengleichheit wiederhergestellt werden.

Kappungsgrenze und Mietpreisbremse stellen solche Eingriffe in die marktwirtschaftliche Preisbildung dar, um breite Schichten der Bevölkerung vor zu stark steigenden Mieten zu schützen. Dabei bezieht sich die Kappungsgrenze auf bestehende Mietverhältnisse, die Mietpreisbremse auf die Anschlussvermietung bestehender Wohnimmobilien in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt. Von der Mietpreisbremse ausgenommen sind Neubau- und umfassende Modernisierungsmaßnahmen.

Die Wirkung der Mietpreisbremse ist nicht unumstritten. Wahrscheinlich tritt eine Bremswirkung sehr wohl ein, aber sicherlich nicht im gewünschten Umfang. Vielleicht wäre es effizienter, eher darüber vorzudenken, wie schnell neuer Wohnraum in den Ballungszentren entstehen kann (bebaubare Flächen ausweisen, Bürokratie abbauen, Baukosten senken). Ist Wohnen in gefragten Städten bezahlbarer geworden? – suchen Sie mal eine Wohnung in München oder Berlin…

Die Satzungen vieler kommunaler Wohnungsunternehmen und Genossenschaften beinhalten als Unternehmenszweck bzw. Ziel des Unternehmens „breiten Schichten der Bevölkerung bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen“. Sie liegen in Relation zum jeweiligen lokalen Mietniveau eher im unteren Bereich. Diese Betriebe werden vermutlich weniger stark von der Mietpreisbremse betroffen sein. Die potenziellen monetären Folgen sind aber natürlich dieselben, wie bei privaten Anbietern.

Für das Bestandsmanagement und das Portfoliomanagement bedeutet dies, im Rahmen der strategischen Unternehmensausrichtung, die Bewertung des Mietanpassungspotenzials neu zu beurteilen. In Bezug auf Investitions- oder Desinvestitionsstratgien werden neue Szenarien notwendig.

Erfahren Sie mehr über die Mietpreisbremse aus dem Interview mit dem Wohnungswirtschaftsexperten Frank Monien.